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Über uns

Geschichte Stromversorgung Rothrist

1902 / 1903

Inbetriebnahme der Transformatorenstationen durch die beiden Firmen Bachmann und Spinnerei Jäggi.

1907

Gründung "Verein für Einführung elektrischer Energie" - später "Electra" genannt.

1907

Der Gemeinderat garantiert dem Elekrizitätswerk Olten-Aarburg die Abnahme von 5'800 Kerzenstärken. Erste Offerten für Hausinstallationen werden geprüft. Das Werk kann mit den Arbeiten beginnen. Firma Bachmann Kölliker führt erste Installationen durch.

1907

Widerstand der Landbesitzer gegen die Verlegung der Hauptleitung.
 

1908

Installation der ersten Strassenlampe auf dem Rössliplatz.
 

1913

Das Pfarrhaus, die Kirche, die Blaukreuz-Tempernhalle sowie das
neue Schulhaus und die Turnhalle werden an das Netz angeschlossen. 

1915

Die "Electra" geht mit allen ihren Anlagen an die Gemeinde Rothrist über. 

1915

An der Gemeindeversammlung vom 12. September 1915 werden
die auf Veranlassung der "Electra" erstellten Anlagen zum Preise von
54'000 Franken von der Einwohnergemeinde übernommen. Die Einwohnergemeinde, Abteilung EVR (Elektrizitätsversorgung Rothrist) baute in den folgenden Jahrzehnten stark aus. 

2001

Bis 2001 betreute die  Abteilung EVR der Einwohnergemeinde Rothrist das ganze Strom-  und Wassernetz in Rothrist. Das Stimmvolk von Rothrist entschied, das EVR von der Einwohnergemeinde abzusplitten und in eine privatrechtliche Unternehmung, EW Rothrist AG, umzuwandeln. Die Gemeinde Rothrist  ist zu 100% Besitzerin der EW Rothrist AG.

2010

Das Unternehmen sowie auch die Gemeindeverwaltung wuchsen in den folgenden Jahren stark. Aus diesem Grund wurde der Entschluss gefasst, ein eigenes Geschäftshaus zu errichten. Der Neubau konnte vom EW Rothrist Team Mitte 2012 bezogen werden.

2014

Die EWV (Strom- und Wasserversorgung, Vordemwald) wurde in die EW Rothrist AG integriert. Die Gemeinde Vordemwald wurde mit rund 25% Teilaktionär der EW Rothrist AG.

"Pfuus" in Rothrist

1907 hat in Rothrist die Bevölkerung die Möglichkeit bekommen, elektrische Energie aus dem Netz der damaligen privaten Versorgungsgesellschaft "Electra" zu erwerben. Am 20. August 1907 wurde in der "Wirtschaft Hofer" der "Verein für Einführung elektrischer Energie" - später Electra genannt - gegründet.

Wie schnell die Vorabklärungen, Verhandlungen und Installationen vor sich schritten, zeigt die Tatsache, dass das innere Netz schon am 31. Dezember 1907 funktionierte. Manches Hindernis musste für diesen Schritt überwunden werden. Als eigentlicher Initiant darf Otto Weber, der Direktor der damaligen Korbwarenfabrik, bezeichnet werden. Unter seinem Präsidium wurden die Grundbedingungen zur Elektrizitätsversorgung geschaffen. Die "Electra" mit all ihren Anlagen ging im Jahre 1915 an die Gemeinde Rothrist über. Das Gemeindenetz wird heute von der EW Rothrist AG unterhalten.

Wenn auch die Gründung der "Electra" als Auslöser zur Einführung der Elektrizität gilt, wurden die Transformatorenstationen der beiden Firmen Bachmann (heute Wollweberei) und Spinnerei Jäggi am Rothkanal (heute W. Hofer) in den Jahren 1902/1903 in Betrieb genommen. Es ist anzunehmen, dass in diesen Firmen Elektrizität zum Betreiben von Motoren und zu Beleuchtungszwecken verwendet wurde.

Trafo Spinnerei Rothrist
Trafo Spinnerei Rothrist
 

Anfänglich geringes Interesse

Anfänglich hatten nur wenige Einwohner Interesse, am Netz anzuschliessen. Damit der Startschuss überhaupt fallen konnte, musste dem Elektrizitätswerk Olten-Aarburg die Abnahme von 5'800 Kerzenstärken (ca. 5,8 kW) garantiert werden. Nach den ersten Vorbesprechungen mit Interessenten kam der damalige Vorstand, der sich aus den Herren Otto Weber (Präsident), Gottfried Zimmerli (Vizepräsident, Kassier), Albert Zimmerli, Ernst Fehlmann und Jakob Lässer zusammensetzte, auf 5'000 Kerzenstärken. Das Elektrizitätswerk erklärte sich dennoch bereit, unter diesen Umständen die Elektrizitätsabgabe zu gewährleisten, da ohnehin für die Zukunft eine Mehrabgabe in Betracht gezogen werden konnte. Das Elektrizitätswerk begnügte sich anfänglich mit der jährlichen Einnahme von 5500 Franken. Der "Electra" wurde laut Protokoll vom 27. August 1907 "vom löblichen Gemeinderat bereitwilligst und ohne Vorbehalt" die Konzession erteilt. Damit war der Grundstein gelegt. Am 29. August 1907 fand die erste Generalversammlung der "Electra" statt. 16 Interessenten genehmigten die ersten Statuten. Nun galt es Abnehmer zu suchen. "Die Einführung des elektrischen Lichtes sein in der Presse dem Publikum als gesichert in nahe Aussicht zu stellen", hiess es in einem Protokollauszug. Offenbar trug dieses Vorgehen Früchte, denn schon einen Monat später (man schrieb den 21. September 1907) war die nötige Strommiete gesichert. Die ersten Offerten für die Hausinstallationen konnten geprüft werden. Ein Leitungsnetzplan wurde ausgearbeitet und zur Erlangung der staatlichen Konzession der kantonalen Baudirektion unterbreitet. Das Werk konnte mit den Arbeiten beginnen.

Trafostation Bahnhof
Trafostation Bahnhof
 

Ingenieur A. Zimmerli half als Fachkraft

Da die technischen Angaben der Hausinstallations-Offerten für die Kommissionsmitglieder unverständlich waren, zog man in der Person von Ingenieur A. Zimmerli eine Fachkraft zur Prüfung hinzu. Es war dann die Firma Bachmann-Kölliker, die das Rennen machte und die ersten Hausinstallationen durchführen durfte. Der Gemeinderat stellte den trockenen, hellen Kellerraum des Gemeindehauses zur Lagerung des Einrichtungsmaterials sowie zur Ausstellung von Lampen und anderen Installationsobjekten zur Verfügung.

Stangentrafo
Stangentrafo
 

Widerstand von Landbesitzern

Aufgrund von Aussagen des Ingenieurs Calkoen stelle die Erstellung der Hauptleitung von der Dietiwart bis ins Gebiet der Dörfli der Strasse entlang einen zu hohen Energieverlust dar. Eine rationelle Lösung könne nur in einer geraden Linie erreicht werden. Diese Linienführung stiess bei den Landbesitzern auf hartnäckigen Widerstand. Mit finanziellen Entschädigungen wird nur ein "Zückerchen" gewährt, allerdings war man sich über die Höhe uneinig. Sogar der damalige Bezirksamtmann Zimmerli musste eingesetzt werden, um den Widerstand zu lösen. Anfangs Dezember konnte dann doch mit den Landbesitzern eine Einigung erreicht werden. Diese unterschrieben ausnahmslos ihre Reverse. Die Mitglieder der "Electra" verzichteten damals grosszügigerweise auf eine Stangenentschädigung. Da die "Electra" punkto Finanzen auf schwachen Füssen stand, schoss Kassier Gottfried Zimmerli die Stangenentschädigung vor. Im Jahre 1915 mussten dem Kassier Fr. 1'095.25 zurückbezahlt werden.
Die Suche nach einem geeigneten Standort für die Trafostation verlief anfänglich ebenfalls harzig, bis schliesslich Präsident Otto Weber einen Platz hinter seinem Wohnhaus zur Verfügung stellte.

Trafostation Rishalden
Trafostation Rishalden
 

Erste Strassenlampe auf dem Rössliplatz

Viel zu reden gab die Erstellung der Leitung auch über den Rössliplatz. Herr Iseli vom "Rössli" gab seine Einwilligung nur unter der Bedingung, dass eine Lampe zur Beleuchtung des Platzes und der Strasse installiert wird. Dieser Forderung wurde schliesslich entsprochen. Eine Lampe mit 50 Kerzenstärke (ca. 50 W) wurde garantiert. Laut Protokoll waren das Leitungsnetz und die Hausinstallation Ende Januar 1908 erstellt. Demzufolge dürfte im Januar 1908 erstmals Elektrizität ins Gemeindenetz geflossen sein.
In der Folge lief nicht alles wie am Schnürchen. Da bei der Leitung Dörfli-Sennhof zwei Stangen zu weit auseinander standen, der Landbesitzer sich aber weigerte, der Versetzung zuzustimmen, liess Ingenieur Zimmerli die Drähte abschneiden. Dass damit die Abonnenten verärgert wurden, lässt sich leicht erahnen. Schliesslich wurde aber auch dieser Streit vor dem Friedensrichter geschlichtet, so dass bald wieder Elektrizität ins Gebiet Sennhof gelangte. Am 19. März 1908 steht im Protokoll geschrieben: "Das Unternehmen, das im Herbst begonnen wurde, steht nun glücklich vollendet da. Es hat manches Hindernis überwunden und mancher Sein des Anstosses beseitigt werden müssen, doch die Beharrlichkeit hat auch hier den Sieg davongetragen. Das innere Netz funktioniert seit dem 31. Dezember 1907. Dietiwart und Grüth haben seit dem 4. Februar 1908 elektrisches Licht." Der "Electra" gehörten im Juli 1908 schon 38 Genossenschafter an.

Trafostation Säget
Trafostation Säget
 

Strassenlampe zu Fr. 55.00, gesamte Hausinstallation zu Fr. 132.75

Fünf bis sechs Strassenlampen seien zu errichten. So lautete im Mai 1908 ein gemeinderätlicher Auftrag. Die Kosten pro Lampe belief sich auf lediglich Fr. 55.-. Laut einem noch vorhandenen Kostenvoranschlag kam eine gesamte Haus-Elektro-Installation mit 7 Lampenstellen inklusive Beleuchtungskörper damals auf rund 130 Franken zu stehen. Jeder Interessent musste vor der Installation die gewünschte Anzahl Lampen anmelden. Es durften nur von der "Electra" bezogene Glühlampen verwendet werden, die für die "Strommiete" von Fr. 9.- pro Jahr zeitlich unbeschränkt benützt werden konnten. Um Missbräuche zu verhindern, wurden vom Vorstand immer wieder Lampenzählungen vorgenommen. Im Jahre 1915 waren 1232 Lampen angeschlossen.

Stromleister
Stromleister
 

Strom war für die SBB zu teuer

Zu teuer war die Elektrizität im Jahr 1908 noch den Schweizerischen Bundesbahnen. Sie teilten jedenfalls mit, dass sie infolge zu teurem Strompreis auf die elektrische Beleuchtung auf dem Bahnhof weiterhin verzichte. Die abonnierte Strommiete betrug 1908 Fr. 4'149.25. Das garantierte Minimum von 5'500 Franken wurde nicht erreicht, weshalb in der Folge noch einmal tüchtig die Werbetrommel geschlagen wurde, teilweise mit Erfolg.
Im Jahre 1913 wurden auch das Pfarrhaus, die Kirche und die Blaukreuz-Tempernhalle ans Netz angeschlossen. Das neue Schulhaus und die Turnhalle wurden an das Netz angeschlossen.
Die Aufzeichnungen der "Electra" enden im Februar 1915. Die 1914 ins Leben gerufene Elektrizitätskommission der Gemeinde beschloss am 15. Februar 1914, das Leitungsnetz der "Electra" zu prüfen. Der Ausbau des Netzes (Zweiphasen-Dreileitersystem, Licht ca. 140 V, Motorkraft ca. 240 V) mit dem Ziel, jede Haushaltung anzuschliessen, konnte vorerst aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden, da nach dem Kriegsausbruch allgemein Zurückhaltung Trumpf war. Es wurde sogar erwogen, die Arbeit der Kommission einzustellen. Damit Handel und Gewerbe nicht ganz erlahmten, wurde die Arbeit dennoch fortgesetzt. Die Elektrizitätskommission, der August Weber, Rudolf Halfer, Otto Weber (Präsident Electra), Otto Krauer, Samuel Hilfiker, Fritz Klöti und Gemeindeschreiber Rodel angehörten, erarbeitete einen Bericht betreffend die Übernahme des elektrischen Verteilnetzes und Ausbau desselben auf das ganze Gemeindeterritorium. An der Gemeindeversammlung vom 12. September 1915 wurden die auf Veranlassung der "Electra" erstellten Anlagen zum Preise von 54'000 Franken von der Einwohnergemeinde übernommen. Das Netz wurde in der Folge stark ausgebaut. Erst betreute die Elektrizitätsversorgung Rothrist (EVR) das Gemeindenetz und jetzt erfolgt dies durch die EW Rothrist AG.

EVR Standort
EVR Standort
 

Umwandlung der EVR (Elektrizitätsversorgung) in die EW Rothrist AG

Bis 2001 betreute die Abteilung EVR (Elektrizitätsversorgung Rothrist) das ganze Strom- und Wassernetz in Rothrist. Aufgrund der neuen Auslegung in der Stromversorgung, aus politischer Sicht sowie der Marktsituation, benötigte man kürzere Entscheidungswege um kompatibel zu bleiben. Aus diesen Gründen wurde dem Stimmvolk von Rothrist vorgeschlagen, die EVR in ein privatrechliches Unternehmen, EW Rothrist AG, zu 100% in Besitz der Einwohnergemeinde umzuwandeln. Das Traktandum wurde vom Stimmvolk angenommen.

 

EW Rothrist AG baut ein Geschäftsgebäude

Durch die Teilliberalisierung des Strommarkts im 2009 wuchs der Geschäftsgang und die Herausforderung stetig an und das Team musste von 10 auf 17 Mitarbeiter aufgestockt werden.  Die Räumlichkeiten im Gemeindehaus wurden eng und dazu kam, dass die Gemeindeverwaltung die Räumlichkeiten auch dringend brauchte.
So entschloss man sich im 2010 ein eigenes Geschäftshaus zu bauen. Neben dem Gemeindehaus konnte ein dreistöckiges Geschäftshaus im Minergiestandard erstellt werden, mit Verbindungsgang zum Gemeindehaus. Der Neubau konnte im Sommer 2012 bezogen werden.

Geschäftshaus EW Rothrist AG
 

Integration EWV (Elektrizitätsversorgung Vordemwald) in die EW Rothrist AG

Schon während des Baus des neuen Gebäudes näherte sich die EWV der EW Rothrist AG an und es wurden Pläne für eine Zusammenarbeit geschmiedet. Sorgfältig wurde ausgelotet,  welche  Synergien man hat und wie man eine Zusammenführung am sinnvollsten plant. Die Verantwortlichen kamen zu einem positiven Entscheid und entschlossen sich, dem Stimmvolk die Integration zu empfehlen.
Im Frühling 2013 wurde in der Gemeinde Vordemwald über das Traktandum abgestimmt. Mit einem "Ja" nahmen die Stimmbürger diesen Vorschlag an.
Ab 1.1.2014 ist die EWV - die Strom- und Wasserversorgung Vordemwald- in die EW Rothrist AG integriert. Die Gemeinde Vordemwald ist im Besitz von ca. 16% des Aktienkapitals der EW Rothrist AG. Die restlichen Aktien hält weiterhin die Gemeinde Rothrist.      

 

Geschichte Wasserversorgung Rothrist

1896 Am 29. Februar 1896 schlossen sich in Rothrist 31 Hausbesitzer zusammen, um die Genossenschaft für Wasserversorgung zu gründen.
1922 Auf den 1. Januar 1922 wurden die Anlagen an die Einwohnergemeinde abgetreten. Auch die privaten Wasserversorgungen Hölzli und Galli wurden zu dieser Zeit von der Einwohnergemeinde übernommen.
1958 Im Gemeindegebiet Bonigen wurde ein neues Pumpwerk und auf dem Geisshubel das Reservoir Schärhuswald errichtet. Das Leitungsnetz wurde mit leistungsfähigen Transportleitungen verstärkt. Durch diesen Ausbau wurde die Gemeinde in zwei Druckzonen unterteilt.
1977 Das alte Reservoir Längholz wurde durch einen Neubau ersetzt.
1991 Das Pumpwerk Flecken wurde durch das neue Pumpwerk Rägelerhof ersetzt.